Fahrzeuge

Die Rennen der SCAG sollen mit klassischen Stock Cars nach US-amerikanischen Vorbild bestritten werden. Als Wagen sollen daher ältere, hochmotorisierte, front- oder heckangetriebene Serien-Pkw in Kompakt- bis obere Mittelklasse Größe zum Einsatz kommen, welche durch die Teams / Fahrer selbständig zu semiprofessionellen Rennwagen / Stock Cars umgebaut werden. Europäische, asiatische sowie US-amerikanische Pkw-Modelle werden allesamt zugelassen sein. Auf den Internetseiten bekannter Gebrauchtwagenbörsen wie www.mobile.de oder www.autoscout24.de lassen sich eine Vielzahl verwendbarer Basisfahrzeuge auch für den kleineren Geldbeutel (bis max. 1.000 €) finden.

bmw BMW 5er [90er Jahre]

© Jan Beckendorf (CC BY-SA 2.0)

opel Opel Omega [90er Jahre]

© order_242 (CC BY-SA 2.0)

mitsubishi Mitsubishi Galant [90er Jahre]

© 4563_pic (CC BY-NC-ND 2.0)

Zur Wahrung des sportlichen Wettkampfes müssen die Rennfahrzeuge in Abhängigkeit ihres jeweiligen Leistungsgewichts (kg pro PS/kW) in mehrere Klassen unterteilt werden. Die genaue Klassifizierung sowie Anzahl der Klassen ist von den eingesetzten Fahrzeugen der Teams / Fahrern abhängig und kann erst nach konkreten Angaben der Teilnehmer erfolgen. Eine eventuelle Einteilung könnte wie folgt aussehen:

Klasse 1: 8,50 - 8,99 kg/PS z.B. 1996er BMW 5er 2.5 Liter (1.460 kg, 170 PS)
Klasse 2: 9,00 - 9,49 kg/PS z.B. 1994er Ford Mondeo 2.0 Liter (1.340 kg, 143 PS)
Klasse 3: 9,50 - 9,99 kg/PS z.B. 1992er VW Jetta / Vento 2.0 Liter (1.140 kg, 115 PS)

Bezüglich der jeweiligen Klassenzugehörigkeit müssten zum einen die statischen Achselasten sowie Motorleistung jedes Rennfahrzeugs gemessen werden. Hierfür würde sich ein mobiler Leistungsprüfstand mit integrierter Fahrzeugwaage auf einem Lkw-Anhänger optimal eignen. Aufgrund der Anschaffungskosten in Höhe von ca. 50.000 € (Netto) soll darauf jedoch vorerst verzichtete werden. Die Einteilung in die einzelnen Klassen soll daher auf Grundlage der im Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil 1 aufgeführten Daten für die Motornennleistung (Feld P.2/P.4) sowie die Leermasse (Feld G) erfolgen. Leistungssteigernde Modifikationen an den Verbrennungsmotoren oder gewichtsoptimierende Maßnahmen an den Rennfahrzeugen werden daher in allen Klassen nicht erlaubt sein bzw. erlaubt werden können.

Die unterschiedlichen Getriebeübersetzungen der einzelnen Fahrzeuge und die damit verbundenen unterschiedlichen Beschleunigungswerte werden unberücksichtigt bleiben müssen, da eine Überprüfbarkeit bzw. Messung nur unter erhöhten Aufwand möglich wäre.

Die Wagen müssen dem Fahrer im Falle eines Unfalles den erforderlichen Schutz bieten, im Notfall eine schnelle und sichere Bergung ermöglichen sowie den Belastungen des Rennbetriebes standhalten. Hierfür sollten folgende Ein-, Aus- und Umbaumaßnahmen vorgenommen werden:

Relevanz Umbau Einbau Ausbau ab ca. Preis bzw. Materialkosten
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Rennsportsitz mit Sitzkonsole und 4 bzw. 6-Punkt Rennsportgurt 380 €
abnehmbares Rennsportlenkrad mittels Snap-Off-System und Rennsportnabe 220 €
- Überrollkäfig mit verkreuztem Flankenschutz - 650 €
- - Innenraumverkleidung, Front-, Heck-, Seitenscheiben, Seitenspiegel, Lichtanlage 0 €
- Fangnetz im Bereich Fahrer-Seitenscheibenöffnung, dichtes Drahtgitter sowie fünf in gleichen Abständen verschweißte, vertikal von der Dachkante zur Spritzwand verlaufende Metallstreben im Bereich Frontscheibenöffnung - 100 €
- Feuerlöschanlage für Innen- und Motorraum - 260 €
Rennsportkraftstofftank (ca. 30 Liter) 200 €
Bremsanlagenoptimierung (z.B. modifizierte Sättel, Scheiben, Beläge) 300 €
Erhöhung der Fahrzeugsteifigkeit im Bereich Domlager, Quer- und Längsträger (z.B. Domstreben, zusätzliche Stahlprofile) - 100 €
Verschweißung der Seitentüren mit der Karosserie - - 0 €
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Drehzahlmesser, Öltemperatur-, Öldruck-, Wassertemperatur- und Voltmeteranzeige, Strom-Trennschalter - 175 €
Motorluftzufuhr- und –kühlungsoptimierung (z.B. elektrische Kühlwasserpumpe in Verbindung mit größerem Kühler, zusätzlicher bzw. größerer Ölkühler) 250 €
Abgasführungsoptimierung (z.B. widerstandsfreies Unterbodenrohrsystem) 200 €
Klappsplint / Federstecker-Verschlusssystem für Front- und Heckklappe - < 10 €
leicht und schnell erreichbare Abschleppösen im Front- und Heckbereich - < 10 €
Off-Road / Rennfahrwerk (wenn möglich mit Zug-, Druckstufen- und Federwegseinstellung) 900 €
Off-Road-Räder (4x Reifen + 4x Felgen) 700 €
Lackierung (Grundierung, Farbe und Lack) und Beschriftungen 200 €
Klein- und Anbauteile, Füllstoffe, Hilfsmittel, … (u.a. Befestigungsmittel, Metalltaffeln und -profile, Kabel, Leitungen, Kühlwasser, Öl, …) 250 €
Summe 4.905 €

Arbeits- / Lohnkosten (Mechanik, Karosserie, Elektronik, Lackierung) sollen hierbei nicht berücksichtigt werden, da vorausgesetzt wird, dass alle anfallenden Arbeiten an den Rennfahrzeugen durch die Teams / Fahrer in deren Freizeit selbständig erfolgen. Voraussetzung hierfür sind natürlich die entsprechenden Kfz-Fachkenntnisse und handwerklichen Fähigkeiten sowie die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und technischen Hilfsmittel zum Aufbau eines Stock Cars aus einem Serien-Pkw.

autograss_ford Britisches Stock Car - Ford Sierra [90er Jahre]

© Dean Thorpe (CC BY-NC-SA 2.0)

Es könnten noch weitaus mehr Modifikationen an den Fahrzeugen vorgenommen werden, wie z.B. eine komplette Modifizierung der Radaufhängung zur schnellen Verstellung von Radstellgrößen (Sturz und Nachlauf), eine komplette Antriebsmodifikation u.a. veränderte Nockenwellen, Fächerkrümmer, usw.. Dies alles würde jedoch letztendlich dazu führen, dass die Kosten enorm anstiegen. Das Ziel: Kostengünstig Motorsport für den Ottonormalverbraucher auf Hobbyebene zu ermöglichen, wäre damit zunichte gemacht.


verwendete Quellen: www.sandtler24.de, www.rennsportshop.com, www.prokilo.de, www.conrad.de